Ich stehe ja eigentlich auf Horrorfilme und lasse mich gerne erschrecken. Deshalb habe ich mir gestern die DVD des Horror Remakes von “The Stepfather” ausgeliehen, das an den gleichnamigen Film aus dem Jahre 1987 angelehnt ist. Allerdings muss man ganz klar sagen, dass hier wieder einmal das Original um Meilen dem billigen Abklatsch voraus ist. Die Story ist simpel: “The Stepfather” (gespielt von Dylan Walsh, bekannt aus Nip/Tuck) erschleicht sich das Vertrauen und die Liebe allein stehender Mütter und gaukelt ihnen das perfekte Familienleben vor. Doch im Laufe der Handlung entwickelt sich der stets charmante und sich sorgende Stiefvater zum grausamen Psychopaten, der den Verstand verliert und schließlich Frau und Kinder kaltblütig abschlachtet. In der Neufassung trifft “The Stepfather” auf einen misstrauischen Stiefsohn (Stacy Warner, bekannt aus Dr. House), der nach und nach hinter sein finsteres Geheimnis kommt. Das Drama nimmt seinen Lauf…
Der Anfang des Films ist auch recht viel versprechend und es läuft einem durchaus kalt den Rücken runter, wenn man das Werk des bösen Stiefvaters sieht, der dann weiterzieht, um das Leben einer anderen Familie auszulöschen. Doch das wars dann auch schon mit der Gänsehaut. Der Film schafft es zwar, eine gewisse Spannung aufzubauen, doch am Ende schaltet man nach einem geradezu lächerlichen und viel zu kurzen Finale doch nur enttäuscht den Fernseher aus. Viel zu offensichtlich ist die müde Handlung, viel zu durchschaubar die Charaktere, viel zu vorhersehbar die Schockeffekte. Zudem sind die Handlungsweisen und Reaktionen der Opfer so was von blöd, unlogisch und weltfremd, dass man sich fast wünscht, dass der Stepfather sein Werk schnell vollendet und weiterzieht.
Wenn die Story und Schockeffekte schon nicht zu überzeugen wissen, dann hilft nur noch eins: nackte Haut. Und so wird mit geradezu billigsten Mitteln versucht, die männlichen Zuschauer bei Laune zu halten. Kaum eine einzige Szene, in der die Freundin des misstrauischen Sohnes (gespielt von Amber Heard) keine nackte Haut zeigt. Die Kamera hält immer schön drauf, und das in einer solch übertriebenen Art und Weise, dass sogar mein Freund schon lachen musste. Und das in einem Psychothriller…
Ein guter Horrorfilm muss sich keinesfalls Filme wie Saw oder Hostel zum Vorbild nehmen, sie kommen auch ohne viel Blut und körperliche Gewalt aus, doch etwas mehr Spannung, Horror und Psychoterror hätte ich bei so einem Film dann schon erwartet.
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