London Nights

London Nights

Endlich mal wieder ein Film der nicht Muskelmasse, Traumarbeit oder grüne Monster auf die Leinwand bringt, nein, endlich mal ein Streifen der uns wieder jung sein und in unseren Träumen schwelgen lässt.

Alexis Dos Santos London Nights ist eine moderne Romanze mit Selbstfindungsaspekt. Der Spanier Axl, der ein kleines Alkoholproblem hat, wacht immer in fremden Betten auf und all zu oft ist es eine fremde Person, die im fremden Bett neben im liegt. Klassiker, oder? Auf der Suche nach seinem unbekannten Vater und einem Sinn in seinem Leben landete er in London. Dort findet er in einem alten Lagerhaus Unterschlupf, das von hippen Künstlern besetzt gehalten wird. In der WG wohnt auch die hübsche Belgierin Vera, die zweite Hauptakteurin in dem Streifen. Vera hat erst kürzlich eine Trennung hinter sich und ist jetzt auf der Suche nach einer unverbindlichen Liebelei ist. Schon bald trifft sie auf einen hübschen unbekannten Typen, den Röntgenmann. Sie lässt sich auf eine Affaire ein unter der Bedingung weder Identität noch Telefonnummern auszutauschen.

London Nights erzählt eine gelungene Geschichte von Suchen und Finden, von Freiheit und Haltlosigkeit, von Sehnsucht und Liebe, von Leichtigkeit und Melancholie. Santos Film ist eine Art Darstellung unserer Jugend von heute, ja, man könnte sagen eines Lebensgefühls oder einer Stimmung. Frei wie die Vögel und offen für’s … und neue Menschen und Freunde. Die Suche (nach Liebe, einem Sinn) ist einer der Schwerpunkte die Santos versucht mit seinem Film darzustellen. Das Haus, das von jungen Leuten aus der ganzen Welt besetzt wird, ist wie eine Gemeinde, eine kleine offen Kommune wo jeder akzeptiert wird und fast ein jeder die gleiche “Sprache” spricht. Der Film ist ein Versuch die weltweite Verbindung von Menschen einfach und minimalistisch darzustellen und der Kern ist das gemeinsame Haus, in dem jeder ein ähnliches lockeres Leben führt, jeder mit ähnlichen Problemen und Sehnsüchten zu kämpfen hat und jeder in irgendeiner Weise auf der Suche ist.

Aber ich will nicht zu viel von diesem Film verraten, denn er ist ein richtiger „Augenschmaus“ und wirft sicher einige zurück in deren „Loveseeking-Days“. Die Spitze auf dem Eisberg ist jedoch nicht der süße Hauptdarsteller sondern der Soundtrack. Kinder ich sage euch, der Hammer. Er hat mich wieder jung und wild fühlen lassen und auch frei und unerzogen. Welche Schmach, wenn man dann nach so einem Film bzw. Soundtrack wieder zurück in den Alltag kehrt. Also, ich geh jetzt mal schnell den Soundtrack kaufen, oder besser gesagt downloaden.

Viel Spaß beim Gucken ☺

Das meinen andere:

» thestiller.de:

Eine Geschichte von mehreren im Film. Schnittstelle ist ein besetztes Haus in London, das auch woanders stehen könnte, in Barcelona, New York, Amsterdam oder Berlin. Es ist voller junger Leute, die vielleicht etwas suchen, vielleicht einfach leben wollen. (…) Manche Szenen werden nur kurz angerissen, andere gefühlt in Slow-Mo gezeigt. Der Soundtrack mit Black Moustache, Tindersticks und Good Shoes ist gigantisch. Im Grunde wirkt London Nights wie ein riesiger Videoclip

» filmtabs.de

Es geht diesem kreativen Haufen junger Menschen um Orientierung in Sachen Freundschaft, Liebe und auch sexuell. Dabei ist alles außergewöhnlich. Das Sich-treiben-lassen bestimmt den Fluss und die Stimmung des Films, der passend dazu schön sprunghaft montiert wurde. Er arbeitet mit Unschärfen, Off-Kommentaren und Fotos, um das Lebensgefühl Axls in London möglichst gut nachvollziehbar zu machen. Die Bilder sind nicht “perfekt” kadriert und auch schon mal grobkörnig. Sehr gute Darsteller machen dies Gefühl glaubhaft, ein super Soundtrack (von Black Moustaches dreckigem „Hot Monkey Hot Ass“ bis zu Tindersticks’ melancholischen „Cherry blossoms“) vertont es. Nicht nur wegen vieler traumartiger Zustände ist dieser Film ein Traum.

» kino-zeit.de

Mit rauen Bildern und kraftvollen Songs aus dem Alternative-Bereich erzählt Alexis Dos Santos in London Nights (der Originaltitel Unmade Beds trifft die Stimmung eigentlich präziser) vom Suchen und Finden, vom in-den-Tag-hineinleben, von der ersten, zweiten und dritten Liebe, den ersten Erfahrungen mit Enttäuschungen, von der Ziel- und Sinnlosigkeit des Lebens und davon, dass es trotzdem immer weitergeht. Doch eigentlich geht es weniger um die Geschichte, die mit leichter Hand zusammenfließen und sich am Ende ein wenig zu schlicht in Wohlgefallen auflösen, sondern vielmehr um ein Lebensgefühl, um Atmosphären und Stimmungen, die zwischen Rebellion, Melancholie und reiner Absurdität angesiedelt sind.

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Kommentare

  1. Jan Krems meint:

    Wie kommt man an den Film denn dran? Meine üblichen verdächtigen Quellen (Amazon/LoveFilm) sind mit dem Titel überfordert… Muss man eine gut sortierte Videothek vor Ort haben?

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